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Hinweise zum Projekt der Kassenärzlichen Bundesvereinigung Deutschland
 von Michael Venator, Bergisch Gladbach

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Das Mammographie-Screening ist nicht für alle Frauen, sondern nur für die von ungefähr 50- 70 Jahren.

Das "ungefähr" stammt vom Verfasser. Die neuen Richtlinien sind so nachlässig gemacht, dass die Gruppe nicht klar ist. Es heißt

im Merkblatt, das den Frauen gegeben werden soll
" für alle Frauen zwischen 50 und 69 Jahren", ein anderes Mal im gleichen Merkblatt "beste...Methode...in der Gruppe der 50 bis 69-jährigen Frauen."

in den Krebsfrüherkennungsrichtlinien, Änderung vom 15.12.2003
"ab dem Alter von 50 Jahren bis zum Ende des 70. Lebensjahres"
Das genannte Merkblatt ist übrigens Anlage genau dieser Richtlinie.

Nach diesem eher komischen Vorspiel zu den ernsteren Dingen:
 

Warum gibt es nun überhaupt eine Altersbegrenzung?

Für die Begrenzung nach unten gibt es tatsächlich ein ganz handfestes medizinisches Argument, nämlich die Strahlenbelastung. Je jünger eine Frau ist, desto strahlenempfindlicher ist das Gewebe ihrer Brust. Der Unterschied ist gering, ob er mit heutigen modernen strahlensparenden Mammographiemethoden noch aktuell ist, sei dahin gestellt. Das Argument stammt im Kern aus der Entwicklungszeit der Screeningidee, nämlich den Siebziger- und Achtziger-Jahren des vergangenen Jahrhunderts.

Schwieriger ist es, eine gute Begründung für die Begrenzung nach oben zu finden, für diese Gruppe gilt das genaue Gegenteil: Sie wird durch die Strahlen keinen Schaden erleiden, also

Warum mit 71 nicht mehr zum Screening?

Wahrscheinlich auch eine Idee des letzten Jahrhunderts, als die Lebenserwartung in dieser Gruppe noch geringer war als heute.
Auch hierüber könnte man sicher jetzt anderer Meinung sein.

Nur als eine kleine Kostprobe zum Nachdenken:

Eine 70-jährige hat laut aktueller Sterbetafel (2003/2005) eine  mittlere Lebenserwartung von 15,82 Jahren. Das ist mehr als die mittlere Lebenserwartung einer 65-Jährigen von 1970/72 (Die hatte in Westdeutschland eine Lebenserwartung von 15,18, die in Ostdeutschland sogar nur eine solche von 14,51).
Solche 1970er Daten waren zu Beginn des Screening - Gedanken Grundlage der Beschränkung nach oben. Das wurde als eine Lebenserwartung angesehen, bei der sich Screening noch lohnte (finanziell). Heute müsste die Obergrenze deutlich nach oben (mindestens auf 75 Jahre) verschoben werden.

Und schließlich - das "derzeit beste Screening" wird an vielen Stellen der Welt ganz andres gehandhabt, teils ab dem 40. Lebensjahr, teils alle 12 Monate, teils alle 18 oder 24 Monate. Bei uns jedenfalls vor allem billig. (weitester Einladungsabstand, kleinste Altersgruppe).
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