www.Mammographiescreening.org

Hinweise zum Projekt der Kassenärzlichen Bundesvereinigung Deutschland
 von Michael Venator, Bergisch Gladbach

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Screening heißt (laut Union international contre le cancer, UICC):
"routinemäßige, periodische Untersuchung breiter symptomloser Bevölkerungsschichten"

Das geplante deutsche Mammographiescreening hat es sich in der Auswahl einfach gemacht:

  • Die Frauen werden zum anonymen Screening bestellt, kein Arzt untersucht sie, keiner erhebt eine ärztliche Anamnese (Vorgeschichte). Auf diese Weise ist nicht gewährleistet, dass kranke, symptomatische Frauen einer besseren sicheren Untersuchung (z.B. mit Mammographie und Ultraschall etc.) zugeführt werden, wo sie hingehören. Manche Frauen mit Brustkrebs fühlen sich am Anfang ja noch gesund, das ist gerade eine der Tücken dieses Tumors.
    Mit der Einladung gibt es nur einen Informationsbogen.
  • Es gibt eine extrem häufige, an sich nur lästige, meist harmlose Veranlagung des Brustgewebes vieler Frauen, nämlich die Mastopathie. Die betroffenen Frauen haben meist seit vielen Jahren Schmerzen oder wenigstens unangenehme Empfindungen in der Brust, oft tasten sie auch Verhärtungen, die meist nach einer gewissen Zeit wieder verschwinden.
    Die betroffenen Frauen haben sich daran gewöhnt - so sehr, dass sie das fast nicht mehr empfinden. Obwohl sie also objektiv Beschwerden haben und auch einen nicht normalen Tastbefund, werden sie sich (irrtümlich) für symptomlos halten, weil es für sie mit den Jahren normal geworden ist.
    (Diese so genannte Mastopathie ist zwar fast immer völlig harmlos, gefährlich ist  die Verwechselungsgefahr ihrer Beschwerden mit denen eines Tumors - die Unterscheidung ist oft sogar für den Facharzt schwer!)
  • Der Informationsbogen, den die Frauen mit der Screeningeinladung bekommen, ist fehlerhaft.
    Er enthält zwar allgemeine Hinweise, dass eine Frau, die etwas getastet hat, besser in ärztliche Behandlung gehen soll, aber das Wort  "Schmerz" taucht als Symptom überhaupt nicht auf, obwohl Schmerz Leitsymptom vieler Tumoren ist!

    Hier der vollständige Text des Musterinformationsbogen.

Folgende Beispiele sollen die Gefahren durch falsche Auswahl und unzureichende Information  verdeutlichen.
 

Beispiel 1:
Eine Frau hat seit 3 Monaten Schmerzen in der linken Brust. Sie erhält die Einladung zum Mammographiescreening und ist ganz angetan. Hier wird sie endlich erfahren, was mit der linken Brust los ist. Auf dem Info-Bogen, den sie erhalten hat, steht zwar ausführlich drauf, dass diejenigen, die etwas getastet haben, nicht hingehen sollen, sondern stattdessen zu ihrem behandelnden Arzt.
Über Schmerzen in der Brust steht aber nichts in dem Bogen, also geht die Frau beruhigt zum Screening.
Dies ist falsch. In einem solchen Fall ist das Screening nicht ausreichend. Jede symptomatische Brust, dazu gehören auch Schmerzen in der Brust, muss klinisch, das heißt ärztlich untersucht werden mit Abtasten, Fragen nach allem, was dazu gehört  und erst dann die Entscheidung, was das Richtige ist, z.B. Mammographie oder Ultraschall oder beides. Eine Mammographie allein könnte einen Tumor übersehen.

Beispiel 2:
Wie Beispiel 1, aber immer wieder Schmerzen in der Brust seit mehreren Jahren. Auch Schmerzen, die seit Jahren bestehen, können in seltenen Fällen Zeichen eines Tumors sein.
Auch hier gilt genau dasselbe wie im Beispiel 1, diese Frau sollte einen Arzt ihrer Wahl aufsuchen.

Beispiel 3:
Eine Frau fühlt sich wohl und gesund. Sie hat aktuell keine Beschwerden in der Brust.
Woran sie sich aber gewöhnt hat:
Seit sie sich erinnern kann ist das Gewebe ihrer Brust etwas unregelmäßig, an einzelnen Stellen ist es etwas fester, fast knotig, an anderen Stellen wieder etwas weicher. Früher, als sie noch ihre Periode bekam, war das Gewebe kurz vor der Blutung immer besonders fest, knotig und manchmal auch schmerzhaft.
Auch diese Frau wird zum Screening gehen und einen Fehler machen, wenn sie nicht zusätzlich einen Arzt aufsucht:
Auch Knoten, die solange bestehen, dass eine Frau sich daran gewöhnt hat, gehören in ärztliche Überprüfung und nicht nur ins Screening.

Beispiel 4:
Eine Frau fühlt sich wohl. Sie hat keine Beschwerden in der Brust, hat auch nie irgendwelche Beschwerden in der Brust gehabt.
Ihre Mutter hatte Brustkrebs, eine Schwester der Frau hatte Eierstockkrebs,  eine  weitere Schwester Brustkrebs.

Dieses Beispiel soll auf eine weitere Gefahr des allgemeinen Screening hinweisen:
Es gibt Menschen, bei denen durch Vererbung oder andere individuelle Eigenschaften das Risiko, eine Erkrankung, in unserem Beispiel Brustkrebs, zu bekommen, viel höher ist als beim Durchschnittsmenschen.

Eine solche Frau kann zwar beruhigt am Screening teilnehmen, sollte sich aber nicht auf das Screening verlassen, sondern von einem Arzt beraten lassen, welche zusätzlichen Maßnahmen in ihrem Fall erforderlich sein könnten (z.B. kombinierte Überwachung durch Mammographie und Ultraschall in jährlichen Intervallen)

Alle Frauen der oben genannten Beispiele wären von dem Informationsbogen des Mammographiescreening nicht ausreichend informiert - Achtung!

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