Änderungen der Anlage 9.2 (Versorgung im Rahmen des Programms zur Früherkennung von Brustkrebs durch Mammographie-Screening) der Bundesmantelverträge: Erstellung von Screening-Mammographie-Aufnahmen durch radiologische Fachkräfte


Mammographie-Aufnahmen im Rahmen des Screening-Programms zur Früherkennung von Brustkrebs sind durch eine radiologische Fachkraft unter verantwortlicher Leitung des programmverantwortlichen Arztes zu erstellen. § 24 Abs. 2 der Anlage 9.2 der Bundesmantelverträge BMV-Ä und EKV regelt die Voraussetzungen an die fachliche Befähigung der radiologischen Fachkräfte.
In § 24 Abs. 2 Buchst. a) ist bislang geregelt, dass radiologische Fachkräfte die Anforderungen nach § 24 Abs. 2 Nr. 1 oder 2 Röntgenverordnung (RöV) zu erfüllen haben. Um Versorgungsengpässe zu vermeiden, soll zukünftig auch Arzthelferinnen und Arzthelfern
ohne Fachkunde im Strahlenschutz die Erstellung von Mammographie-Aufnahmen ermöglicht werden, sofern die in den Bundesmantelverträgen geforderten Qualifikationen einschließlich Kenntnisse im Strahlenschutz nachgewiesen werden.
§ 24 Abs. 2 Buchst. a) wird deshalb wie folgt neu gefasst: „Anforderungen nach § 24 Abs. 2 Nr. 1 oder 2 RöV oder, sofern die radiologische Fachkraft unter ständiger Aufsicht und Verantwortung einer Person nach § 24 Abs. 1 Nr. 1 oder 2 RöV tätig ist, nach § 24 Abs. 2 Nr. 3 oder 4 RöV“.
Nach § 24 Abs. 2 Nr. 3 und 4 RöV ist Personen mit Kenntnissen, aber ohne Fachkunde im Strahlenschutz die technische Durchführung erlaubt, wenn sie unter ständiger Aufsicht und Verantwortung eines entsprechend qualifizierten fachkundigen Arztes tätig sind. Mit ständiger Aufsicht und Verantwortung ist gemeint, dass der fachkundige Arzt in einem Zeitraum am Ort der Erstellung anwesend sein kann, der für ein korrigierendes Eingreifen ausreichend ist. Dieser Zeitraum ist von einzelnen obersten Landesgesundheitsbehörden mit 15 Minuten beschrieben worden, wobei als weitere Randbedingung festgelegt wurde, dass sich der Arzt auf jeden Fall in der Umgebung der Arztpraxis aufhalten muss und jederzeit erreichbar ist.
Damit sind neben Personen mit einer entsprechenden abgeschlossenen Ausbildung (§ 24 Abs. 2 Nr. 1 oder 2 RöV, z. B. MTRA) zukünftig auch Personen, die sich in einer entsprechenden Ausbildung befinden (§ 24 Abs. 2 Nr. 3 RöV) und Personen mit einer abgeschlossenen sonstigen medizinischen Ausbildung (§ 24 Abs. 2 Nr. 4 RöV, z. B. Arzthelferin) zur Erstellung von Mammographieaufnahmen im Rahmen des Screening-Programms berechtigt.
Der Beschluss befindet sich zurzeit im schriftlichen Unterschriftenverfahren und wird unter dem Vorbehalt der endgültigen Unterzeichnung durch alle Vertragspartner veröffentlicht. Die Änderung tritt am Tage der Veröffentlichung in Kraft.

Soweit der Text aus dem Deutschen Ärzteblatt 102, Heft 47 vom 25.11.2005 (Fettdruck im Text, fehlt im Original.)
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