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Hinweise zum Projekt der Kassenärzlichen Bundesvereinigung Deutschland
 von Michael Venator, Bergisch Gladbach

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Anlage IV:
Muster-)Merkblatt zur Einladung der Frau
gemäß Abschnitt B Nr. 4 Buchstabe e Abs. 1
Programm zur Früherkennung von Brustkrebs
Mit Ihrer persönlichen Einladung zur Teilnahme an dem Programm
zur Früherkennung von Brustkrebs durch Mammographie-
Screening erhalten Sie auch dieses Merkblatt. Sie werden
über die Hintergründe, Ziele, Inhalte und Vorgehensweise
dieses Programms informiert. Die Teilnahme an diesem Programm
ist freiwillig.Brustkrebs ist in Deutschland die häufigste Krebserkrankung
bei Frauen. Etwa zehn Prozent aller Frauen erkranken im Laufe
ihres Lebens daran, die meisten nach dem 50. Lebensjahr.
Daher wurde beschlossen, ein Programm zur Früherkennung von
Brustkrebs durch Mammographie-Screening einzuführen. Ein solches
Programm, das nach den EU-Leitlinien höchsten Qualitätsanforderungen
entspricht, hat es in Deutschland bisher nicht gegeben.
Zu den hohen Qualitätsanforderungen gehört beispielsweise, dass
– jede Röntgenaufnahme der Brust (Mammographie) von
zwei besonders geschulten Ärzten beurteilt wird,
– jeder Arzt routinemäßig die Mammographien von mindestens
5 000 Frauen im Jahr beurteilt,
– im Falle einer Verdachtsdiagnose die erforderliche Abklärung
innerhalb des Früherkennungsprogramms stattfindet.
Die Ergebnisse werden von allen beteiligten Ärzten gemeinsam
ausgewertet und das weitere Vorgehen besprochen,
– nur besonders qualifizierte Einrichtungen dieses Programm
durchführen dürfen.
Praktische Hinweise
Die Kosten werden im Rahmen Ihres Krankenversicherungsschutzes
übernommen.
Wenn Sie eine Krankenversichertenkarte haben, bringen Sie
diese bitte zur Untersuchung mit.
Sollten Sie an dem genannten Termin verhindert sein, wenden
Sie sich bitte für eine Terminverschiebung an die einladende Stelle.
Weitere Fragen können Ihnen gerne in der in Ihrer Einladung
genannten Untersuchungsstelle (Mammographie-Einheit) beantwortet
werden.
Was ist Mammographie-Screening?
Mit dem Begriff ‚Mammographie-Screening‘ wird ein Programm
zur Früherkennung von Brustkrebs bezeichnet. Dadurch soll
Brustkrebs möglichst frühzeitig bei Frauen entdeckt werden, bei
denen noch keine Anzeichen für diese Erkrankung vorliegen.
In Abständen von zwei Jahren werden Röntgenaufnahmen
der Brust (Mammographie) erstellt. Bei unauffälligem Befund
werden Sie in zwei Jahren wieder eingeladen. Sollte sich aus den
Röntgenaufnahmen der Verdacht auf eine Krebserkrankung ergeben,
werden weitere Untersuchungen zur Abklärung dieses
Verdachts vorgenommen.
Dieses Programm hat sich zum Ziel gesetzt, die Zahl der
Brustkrebstodesfälle in Deutschland zu senken und bei einer
Krebserkrankung eine schonendere Behandlung zu ermöglichen.
Daher werden strenge Qualitätsanforderungen an das
Screening-Personal, die teilnehmenden Ärzte und die Geräte
gestellt und die gegebenenfalls notwendigen Schritte zur Abklärung
eines Brustkrebsverdachts aufeinander abgestimmt.
Welche Frauen können teilnehmen?
Es werden alle Frauen zwischen 50 und 69 Jahren im regelmäßigen
Abstand von zwei Jahren auf der Grundlage von Angaben
der Meldebehörden persönlich eingeladen.
Wenn Sie in den letzten zwölf Monaten bereits eine Mammographie
erhalten haben, wenden Sie sich bitte an die einladende
Stelle, um das weitere Vorgehen zu klären.
Sollten Sie zum Zeitpunkt der Einladung nachfolgende Beschwerden
oder Symptome an Ihrer Brust haben, wenden Sie
sich bitte direkt an Ihre behandelnde Ärztin oder Ihren behandelnden
Arzt:
– tastbare Knoten,
– Dellen oder Verhärtungen der Haut,
– äußerlich sichtbare Verformungen,
– Hautveränderungen oder Einziehungen der Brustwarze,
– Blutungen oder andere flüssige Absonderungen aus der
Brustwarze.
Sollten Sie aufgrund einer Brustkrebserkrankung in ärztlicher
(Nach-)Behandlung sein, setzen Sie sich bitte mit der einladenden
Stelle in Verbindung. Ein Anspruch auf Teilnahme am Programm
besteht dann nicht, sodass Sie nicht mehr eingeladen werden.
Welche Vorteile bringt Ihnen die Teilnahme?
Durch die Mammographie können sehr kleine Krebsherde
frühzeitig erkannt werden, bevor sie tastbar sind oder andere
Symptome hervorrufen.
Die frühe Erkennung verbessert die Behandlungsmöglichkeiten
und die Chancen einer Heilung.
Mit der regelmäßigen Teilnahme an diesem Programm erhöhen
Sie daher Ihre Aussichten auf weniger eingreifende und belastende
Behandlungsmethoden und auf eine dauerhafte Heilung.
Wie sicher ist die Mammographie?
Die Mammographie ist die derzeit beste Screeningmethode zur
Früherkennung von Brustkrebs in der Altersgruppe der 50- bis
69-jährigen Frauen. Dennoch können mit der Mammographie
nicht alle Brustkrebserkrankungen erkannt werden.
In seltenen Fällen kann auch im Zeitraum zwischen zwei
Mammographien ein Brustkrebs entstehen und zu Beschwerden
oder Symptomen führen.
Durch den Einsatz hochwertiger und regelmäßig überprüfter
Röntgengeräte wird die Strahlenbelastung der Mammographie
gering gehalten. Die durchschnittliche Strahlenbelastung einer
Mammographieuntersuchung entspricht etwa zehn Prozent der
durchschnittlichen natürlichen jährlichen Strahlenbelastung in
Deutschland.
Der Nutzen der Untersuchung in dieser Altersgruppe unter
den Voraussetzungen dieses qualitätsgesicherten Programms ist
deutlich höher einzuschätzen als das Risiko, dass durch die
Röntgenstrahlen bei der Mammographieerstellung Krebs ausgelöst
werden kann.
Welche Grenzen und möglichen Nachteile bestehen bei der
Mammographie?
In manchen Fällen ist die Erkrankung trotz frühzeitiger Erkennung
und Behandlung nicht aufzuhalten.
Bei einem Verdacht auf eine Krebserkrankung kann durch
die Abklärungsuntersuchungen eine Belastung entstehen (zum
Beispiel durch Entnahme von Gewebeproben), auch wenn dieser
Verdacht sich dann nicht bestätigt.
In einigen Fällen wird ein Brustkrebs entdeckt, der auch bei
späterer Entdeckung noch erfolgreich behandelbar wäre.
Was erwartet Sie bei der Mammographie?
Die Untersuchung dauert nur wenige Minuten. Jede Brust wird
zwischen zwei Plexiglasplatten gelegt und kurz zusammengedrückt.
Dies kann unangenehm, manchmal auch schmerzhaft sein.
Dieser Druck ist notwendig, weil nur so gut beurteilbare Bilder mit
der geringstmöglichen Strahlenbelastung erzielt werden können.
Von jeder Brust werden zwei Röntgenaufnahmen angefertigt.
Ihre Aufnahmen werden immer von mindestens zwei besonders
erfahrenen und geschulten Ärztinnen/Ärzten unabhängig
voneinander beurteilt.
Wie erhalten Sie das Ergebnis?
Das Untersuchungsergebnis wird Ihnen in der Regel innerhalb
von sieben Werktagen nach Erstellung der Mammographie
übermittelt.
Bei etwa 95 Prozent aller Frauen zeigt die Mammographie
keinen Hinweis auf Brustkrebs. Diesen Frauen wird schriftlich
mitgeteilt, dass sie in zwei Jahren wieder unaufgefordert eingeladen
werden. Auf gutartige Veränderungen, die nur äußerst
selten ein Risiko darstellen, wird in der Mitteilung nicht hingewiesen.
Die Mammographie ist auffällig – was passiert dann?
Zeigen sich in der Röntgenaufnahme Veränderungen, die auf eine
Brustkrebserkrankung hinweisen können, sind weitere Untersuchungen
notwendig. In diesem Fall erhalten Sie mit dem
Ergebnis Ihrer Mammographie eine Einladung zur kurzfristigen
weiteren Abklärung.
Die Ergebnisse der Abklärungsuntersuchungen werden von
allen beteiligten Ärzten gemeinsam ausgewertet und besprochen.
Bisherige Erfahrungen zeigen, dass sich durch die Untersuchungen
bei circa 80 Prozent der Frauen, die wegen einer auffälligen
Mammographie erneut einbestellt wurden, der Brustkrebsverdacht
nicht bestätigt.
Was erwartet Sie bei der Abklärungsuntersuchung?
1. Ärztliches Gespräch
Als Erstes bespricht eine Ärztin oder ein Arzt Ihre Röntgenaufnahmen
mit Ihnen und informiert Sie über die notwendigen
weiteren Untersuchungen. Zu dem Gespräch können Sie
nach Rücksprache mit der Ärztin/dem Arzt eine Person Ihres
Vertrauens mitbringen.
2. Tastuntersuchung
Die Ärztin oder der Arzt tastet Ihre Brust sorgfältig ab.
3. Sonographie/Ultraschalluntersuchung
Bei dieser Untersuchung werden mittels Schallwellen Bilder
des Brustgewebes erzeugt. Bei manchen Veränderungen kann
die in der Mammographie entdeckte Auffälligkeit hierdurch
ergänzend beurteilt werden.
4. Zusätzliche Röntgenaufnahmen
Bei einigen Veränderungen ist eine zusätzliche Röntgenaufnahme
der Brust (zum Beispiel Vergrößerung) erforderlich.
Damit lassen sich bestimmte auffällige Gewebebezirke genauer
darstellen und beurteilen.
5. Ergebnis
Im Anschluss an diese Untersuchungen bespricht die Ärztin
oder der Arzt das Ergebnis mit Ihnen. Bei den meisten Frauen
kann ein Brustkrebsverdacht ausgeschlossen werden.
6. Biopsie
Eine Gewebeprobe (Biopsie) zur abschließenden Beurteilung
eines auffälligen Befundes ist nur bei wenigen Frauen erforderlich.
Dazu wird nach örtlicher Betäubung mit einer Hohlnadel etwas
Gewebe aus dem auffälligen Bezirk der Brust entnommen
und von einem Spezialisten beurteilt. Das Ergebnis liegt
nach wenigen Tagen vor und wird Ihnen in einem persönlichen
Gespräch mitgeteilt. Die/der von Ihnen angegebene
Ärztin/Arzt erhält ebenfalls das Ergebnis.
Das abschließende Ergebnis der Untersuchungen erhalten
Sie in der Regel innerhalb von zwei Wochen nach der Einladung
zur Abklärung in der mit Ihnen vereinbarten Weise.
Sollte sich der Verdacht auf eine Krebserkrankung bestätigen,
können Sie das weitere Vorgehen mit der Ärztin/dem
Arzt, die/der die Abklärungsuntersuchungen durchgeführt
hat, besprechen. Auch dazu können Sie nach Rücksprache mit
der Ärztin/dem Arzt eine Person Ihres Vertrauens mitbringen.
Wofür brauchen wir Ihre Daten, und wie sind Ihre Daten geschützt?
Dieses qualitativ hochwertige Früherkennungsprogramm wird
allen Frauen zwischen 50 und 69 Jahren angeboten. Daher werden
für die Einladung Daten aus den amtlichen Melderegistern
(Namen und Anschrift, Geburtsdaten) verwendet. Die datenschutzrechtlichen
Anforderungen werden dabei selbstverständlich
eingehalten. Aus diesen Meldedaten werden zwei für Sie
geltende, nicht wieder entschlüsselbare Kennnummern gebildet,
die zur Organisation der Einladungen und zur Überprüfung
der Qualität der Untersuchungen dienen.
Die amtlichen Meldedaten werden nach erfolgter Einladung
gelöscht, unabhängig davon, ob Sie am Früherkennungsprogramm
teilnehmen oder nicht. Die Maßnahmen zur Überprüfung
der Qualität erfolgen in anonymisierter Form nur unter
Verwendung der beiden Kennnummern. Wie bei allen sonstigen
ärztlichen Behandlungen unterliegen Ihre Daten der ärztlichen
Schweigepflicht.
In einer speziellen Maßnahme zur Überprüfung der Qualität
der Untersuchungen wird festgestellt, ob bei Frauen in der Zeit
zwischen zwei Screening-Mammographien Brustkrebs aufgetreten
ist, der früher hätte entdeckt werden können. Zu diesem
Zweck werden die Kennnummern der Teilnehmerinnen mit den
Kennnummern in den zuständigen Krebsregistern regelmäßig
abgeglichen. Das Krebsregister meldet die Kennnummern der
Brustkrebsfälle (also nicht die Namen) an die einladende Stelle.
Sollten Sie betroffen sein, übermittelt die einladende Stelle Ihre
Kennnummer an die für Sie zuständige Screening-Einheit. Diese
bittet Sie um Ihr Einverständnis, Ihre medizinischen Unterlagen,
also insbesondere die Mammographieaufnahmen, an eine
spezielle Einrichtung zur Qualitätsüberprüfung (Referenzzentrum)
weiterleiten zu dürfen.
Worauf wir Sie noch hinweisen wollen
Sie sollten unbedingt auch während des zweijährigen Intervalls
zwischen den Einladungen auf Veränderungen Ihrer Brust achten.
Dazu gehören:
– tastbare Knoten,
– Dellen oder Verhärtungen der Haut,
– äußerlich sichtbare Verformungen,
– Hautveränderungen oder Einziehungen der Brustwarze,
– Blutungen oder andere flüssige Absonderungen aus der
Brustwarze.
Wenn Sie solche Veränderungen bemerken, wenden Sie sich
bitte unverzüglich an Ihre behandelnde Ärztin oder Ihren behandelnden
Arzt.

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